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Navigationslinks überspringenDer Flugplatz

Das Segelflugzentrum Königsdorf

Das Segelflugzentrum Königsdorf befindet sich etwa 40 km südlich von München, direkt in unmittelbarer Nähe zum Alpenrand und dem Starnberger See. Hier sind 6 Vereine beheimatet, die eine Haltergemeinschaft für den Flugplatz bilden. Der Grundstein für das Segelflugzentrum wurde 1967 im Vereinsregister Band II Nr. 105 des Amtsgerichts Wolfratshausens gelegt.

Das Segelflugzentrum Königsdorf ist als Segelfluggelände zugelassen. Aus diesem Grunde dürfen hier nur die in Königsdorf stationierten motorgetriebenen Flugzeuge starten und landen. Segelflugzeuge sind aufgrund der generellen Außenlandegenehmigung von dieser Regelung ausgenommen.

Derzeit sind ca. 80 Segel-, 7 Motorflugzeuge und 12 Motorsegler hier stationiert. Sowohl Flugzeug- als auch Windenschlepp ist hier möglich. Aufgrund der geographischen Lage sind lange Streckenflüge sowohl in der Alpenregion, wie auch im Flachland möglich.

Im Sommer werden von hier große Strecken von über 1.000 km Länge geflogen. Im Winter ermöglicht der Föhn gute Voraussetzungen des Wellensegelfluges — von Königsdorf wurden schon Höhen über 8.000 m erreicht

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Zahlen und Fakten

Landebahnausrichtung: 10/28
Pistendimension: 575x10 m Asphalt, 930x30 m Segelfluglandefeld
Flugplatzhöhe: 601 m (1968 ft) über NN
Flugplatzbezugspunkt: N 47° 49' 43" E 11° 27' 54"
Frequenz: 118,275 Mhz (Königsdorf Info)
Treibstoff: 100LL AVGAS, MOGAS

Der Platz gestern und heute

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde 1951 der Segelflugsport in Deutschland wieder zugelassen. Bereits 1950 gründeten flugbegeisterte Idealisten um Erhard Samper aus Geretsried die Segelfluggruppe Isartal, die Keimzelle des heutigen Segelflugzentrums.

1959 wurden die ersten Probestarts auf den damals noch nassen und moorigen Streuwiesen durchgeführt. Umfangreiche Drainage- und Geländearbeiten waren erforderlich. 1960 wurde das Gelände als Segelflugplatz zugelassen.

Durch den Umbau des Flugplatzes Oberwiesenfeld in München zu Sportanlagen für die Olympischen Spiele 1972 wurden der Bayerische Luftfahrtverein München, der Segelflieger Club München und die Flugsportgruppe Dasa heimatlos. Auch die Studenten der Akaflieg München mussten ihr Fluggelände in Prien am Chiemsee verlassen. Und der Flugsportverein Bad Tölz sah keine Möglichkeit, sich auf dem damaligen Militärflugplatz der Amerikaner weiter zu entwickeln.

Nach mehrjährigen Verhandlungen gründeten diese sechs Vereine 1964 die Segelflugplatzgemeinschaft Königsdorf mit dem Zweck, die Grundstücke für den Segelflugplatz zu erwerben. 1967 schlossen sie sich zur Haltergemeinschaft Segelflugzentrum Königsdorf zusammen, um gemeinsam diesen Segelflugplatz zu betreiben.

Es waren vor allem die Vorsitzenden der Segelfluggruppe Isartal und des Bayerischen Luftfahrtvereins München, Fritz Kraatz und Günther Schnorfeil, die das Vorhaben vorantrieben, Kontakte zu den Behörden pflegten und mit den Eigentümern einer Vielzahl von Grundstücken verhandelten.

Nach Erwerb als Eigentum, der Flurbereinigung 1971 und zügigem Ausbau entwickelte sich der Segelflugplatz zu einem der sportlich erfolgreichsten in Deutschland. Es entstanden eine Hartbahn, eine Windenstartstrecke und Graslandefelder. Die Vereine bauten Flugzeughallen, Vereinsheime und Werkstätten mit Strom-, Wasser- und Kanalanschluss. Ein beschränkter Bauschutzbereich wurde errichtet und der Segelflugplatz für Windenstarts, Flugzeugschleppstarts und Starts mit Motorseglern zugelassen.

Etwa 350 vom Luftsport begeisterte Vereinsmitglieder aller Berufs- und Altersgruppen üben am Segelflugzentrum Königsdorf ihren Sport aus. Sie fliegen zur Ausbildung und Übung, zum Vergnügen an der freien Bewegung in der dritten Dimension oder zur Erzielung von sportlichen Leistungen. Dazu stehen ihnen etwa 80 Segelflugzeuge aller Leistungsklassen zur Verfügung.

Jeder der sechs Vereine ist im Besitz einer Ausbildungsgenehmigung für Segelflugzeug- und Motorseglerpiloten. Staatlich anerkannte Fluglehrer führen die Ausbildung in Theorie und Praxis ehrenamtlich durch. Die notwendigen Ausbildungsflugzeuge stellt der Verein zur Verfügung. Am Abschluss der Ausbildung steht eine theoretische und praktische Prüfung bei der Regierung von Oberbayern.

Durch seine Lage nur 10 km vor dem Blomberg ist das Segelflugzentrum ein idealer Ausgangspunkt für Streckenflüge im Alpengebiet. Bei geeigneten Wetterlagen werden Nonstop-Flüge mit Segelflugzeugen von mehr als 1000 km Länge mit Wendepunkten in Slowenien und im Rhonetal von hier aus geflogen. Königsdorfer Segelflugpiloten findet man auf den Siegerlisten von bayerischen oder deutschen Meisterschaften und von weltweit ausgetragenen Wettbewerben. Der Segelflugplatz ist Stützpunkt der Luftrettungsstaffel Bayern und mit Piloten und Flugzeugen in den Katastrophenschutz des Landkreises integriert.

 

Jürgen Wördehoff, Juli 2007 für den Königsdorfer Weg der Geschichte